Diskursanalyse nach dem Marxismus. Kritik, Emanzipation und Neuvermessung eines theoretischen Spannungsverhältnisses

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Date
03. April 2017 14:00 - 04. April 2017 14:00
Registration Deadline
01. April 2017

Workshop
Diskursanalyse nach dem Marxismus.
Kritik, Emanzipation und Neuvermessung eines theoretischen Spannungsverhältnisses
Workshop, Justus-Liebig-Universität Gießen, 3.-4. April 2017
Seminarraum 315, Hauptgebäude, Ludwigstrasse 23
Kontakt und Organisation: Thomas Linpinsel (thomas.linpinsel@sowi.uni-giessen.de) und Jens Maeße (jens.maesse@sowi.uni-giessen.de, 0176-218 50 124)
Diskursanalyse und Diskurstheorie umreißen ein internationales Forschungsfeld, das sich über die Grenzen unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Disziplinen, Forschungsthemen und Forschungszusammenhänge erstreckt. Hierbei spielte und spielt die Verankerung der Diskursforschung in der Analyse von Ideologien, sozialen Ungleichheiten, Machtpraktiken und Herrschaftsapparaten sowie Subjektivierungspraktiken, Emanzipationsbewegungen und politischen Hegemonien eine wichtige Rolle. Die Tagung wird die Diskurstheorie nach dem Marxismus anhand von vier Forschungsfragen in den Blick nehmen:
1. Diskurstheorie und die Erneuerung marxistischer Frage- und Problemkontexte
2. Emanzipation oder Kritik? Zum normativen Fluchtpunkt diskurstheoretischer und
marxistischer Forschung
3. Gesellschaftstheorie und Diskurstheorie
4. Materialismus als Diskurs – Diskurs als Materialismus?
Programm
12:30-13:00
Begrüßung: Thomas Linpinsel und Jens Maeße, Universität Gießen
13:00-14:45
Veit Schwab und Johannes Beetz, Universität Warwick: Materialistische Diskursanalyse. Zur Verbindung von Materialismus und Diskursforschung
Benno Herzog, Universität Valencia: Der Ort der Kritik. Diskursanalyse als Kritik sozialer Reproduktionsformen
Sebastian Winter, Universität Bielefeld: Die leibliche Dimension der Ideologie Neuer Väter
15:15-17:00
Jens Maeße, Universität Gießen: Diskurs, Macht und Klassenbildung: Für eine Diskurssoziologie nach dem Postmarxismus
Florian Buchmayr, FU Berlin: Transnationales Kapital – Eine Diskursanalyse von Knigge- Ratgeberliteratur
Tim Griebel, Universität Erlangen-Nürnberg: Die kulturelle politische Ökonomie von Austerität in Großbritannien. Gedanken auf dem Weg zu einer multimodalen kritisch- realistischen Diskursanalyse
17:30: 19:15
Aristotelis Agridopoulos, Institut für Sozialforschung, Frankfurt: Autonomie – Hegemonie – Demokratie. Postmarxistische Diskurspraxis bei Castoriadis, Laclau und Rancière.
Tilman Reitz, Universität Jena: Gegenständlichkeit, Materialität, Dinge. Zum Ort der nichtdiskursiven Dimension in der Sozialtheorie (zwischen Marx und Latour)
Lars Gertenbach, Universität Kassel: Nach der Diskursanalyse. Über einige Motive des Neuen Materialismus
9:00 – 10:45
David Adler, Universität Oldenburg: Anmerkungen zu einer kulturell-materiellen Analyse des Kapitalismus
Johannes Angermuller, Universität Warwick: Diskursiver Kapitalismus. Akademische Forschung als Positionierungspraxis
Ingo Kramer, Bergische Universität Wuppertal: Zwischen Wissenschaft und Ideologie. Konturen der Diskurstheorie Louis Althussers
11:00 – 12:45
Alexander Demirovic, Universität Frankfurt: Dialogizität, Ideologie und Hegemonie
Michael Rahlwes, FU Berlin: Marx, der Postfundamentalismus und der Zusammenhang von
Sprache, Emanzipation und Herrschaft in der marxschen Theorie
Seongcheol Kim, WZB/HU Berlin: Diskurs und Hegemonie im Postkommunismus: erste theoretische und empirische Überlegungen
14:00 – 15:45
Simon Tunderman, Universität Bremen: Über die (Un)Vereinbarkeit von Diskurstheorie und Politischer Ökonomie
Coretta Ehrenfeld, Universität Leipzig: „Praxis“ bei Jacques Rancière. Überlegungen ausgehend von seinem Politikbegriff
Thomas Linpinsel, Universität Gießen: Gesellschaft - Diskurs - Gesellschaft: einige historische Überlegungen mit Rancière

Organizer
Thomas Linzinsel und Jens Maeße